MAURIZIO LUTZENBERGER BERGFÜHRER

Bergabenteuer in guten Händen

Maurizio-Occhi

Ich bin in der Gegend um den Brenner aufgewachsen, zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester. Auch wenn es uns an nichts Wesentlichem fehlte, blieb aber für den Sport nicht viel Geld übrig, so dass wir uns ein Fahrrad zu viert teilen mussten. Unser einziger „Sport“ war das Durchstreifen der Wälder rund um unser Haus, auf der Suche nach Holz und Heidelbeeren. Zu dieser Zeit war nämlich kaum jemand in den Bergen unterwegs, ohne dabei etwas Nützliches zu tun.
Mich aber faszinierten schon damals die Erzählungen von Messner und Bonatti und während ich durch die Gegend streifte, träumte ich von den großen Bergen der Welt. Mit der Zeit aber wurden meine Träume von der Realität des Lebens eingeholt und die Sehnsucht nach Abenteuern verblasste mehr und mehr.
Eines Tages jedoch entdeckte ich einen alten Klettergarten, der dann für einige Zeit zu meiner Spielwiese wurde. Ohne Seil, einige Meter über dem Boden, wagte ich mich an immer schwierigere Routen. Hier trainierte auch Hans Peter Eisendle, ein großer Stern am damaligen Kletterhimmel. Er, mit seinem Charisma, war es dann auch, der in mir die große Leidenschaft für das Klettern weckte, die mich heute noch erfüllt. Ich wurde Bergführer und ein Paar Jahre später gab ich mein Beruf als Geometer auf und arbeitete neben Hans Kammerlander in der Alpinschule Südtirol. Er gab mir von Anfang an viel Vertrauen und die Gelegenheit, viele Erfahrungen in den Alpen und im Himalaya zu sammeln.
Als Bergführer durfte ich in all den Jahren viele Bergbegeisterte durch die großen Wände der Dolomiten und der Alpen führen und ihnen helfen, ihre Träume zu verwirklichen. Dabei haben wir intensive Erlebnisse miteinander geteilt und daraus sind tiefe Freundschaften entstanden. Wenn ich heute zurückschaue, empfinde ich es als großes Glück, dass ich Menschen begegnen durfte, die mich auf diesem meinem Weg begleitet haben. Auch für die Zukunft kann ich mir nichts anderes vorstellen, als auf die Berge zu steigen und genau das wünsche ich mir und hoffe, immer wieder Menschen zu begegnen, mit denen ich diese Leidenschaft teilen darf.